Mannesmann-Prozess Ackermann muss möglicherweise Amt ruhen lassen
Trotz Rückendeckung durch die Deutsche Bank wird der Vorstandschef des Instituts, Josef Ackermann, seinen Job während des Mannesmannprozesses möglicherweise ruhen lassen müssen. Am Donnerstag vergangener Woche hatte das Landgericht Düsseldorf die Anklage wegen Untreue gegen ihn und fünf weitere Beteiligte der Mannesmann-Affäre zugelassen. Laut Anklage sollen die Manager, zu denen auch Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und der frühere IG-Metall-Vorsitzende Klaus Zwickel gehören, den Düsseldorfer Konzern um rund 110 Millionen Mark geschädigt haben. Schon vor Monaten hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) prüfen lassen, ob Ackermann im Falle der Prozesseröffnung seine Aufgaben noch mit der notwendigen Sorgfalt ausüben kann. Die von Jochen Sanio geleitete Behörde ging von mindestens zwei Verhandlungstagen pro Woche aus und kam zu der Überzeugung, dass Ackermann seinen Posten für die Prozessdauer nicht wahrnehmen kann. Insider rechnen damit, dass sich Sanio für diese Entscheidung politische Rückendeckung holen wird. Letztendlich entscheidet damit das Bundesfinanzministerium, ob Ackermann während des Prozesses im Amt bleibt. Der will dagegen den Prozess ohne Amtsniederlegung durchstehen und hat sich bereits ein Büro in Düsseldorf gemietet. Von dort aus will er die Geschäfte führen, wenn er nicht auf der Anklagebank sitzt. Sollte er rechtskräftig verurteilt werden, würde er in jedem Fall seine Banklizenz verlieren. Der Prozess wird im Spätherbst, vielleicht auch erst Anfang 2004 beginnen.