Kirch wollte dem Deutschen Fußball-Bund 30 Millionen Mark für die Talentförderung zahlen - DER SPIEGEL
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Kirch wollte dem Deutschen Fußball-Bund 30 Millionen Mark für die Talentförderung zahlen

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Der inzwischen insolvente Kirch-Konzern hat im Frühsommer 2001 dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) 30 Millionen Mark für die Talentförderung versprochen. In einem Brief vom 13. Juni 2001 schreibt Kirch-Vize Dieter Hahn an den damals frisch gewählten DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder: "Bezug nehmend auf unsere Gespräche in den letzten Wochen darf ich Ihnen bestätigen, dass Premiere World für die nächsten drei Jahre eine Sponsorship des Nachwuchsprogramms 2006 des DFB übernehmen wird. Premiere World wird diese Sponsorship mit DM 10.000.000,- pro Jahr vergüten."

Die erste Rate über 1,278 Millionen Euro sollte am 1. März 2002 fällig werden. Doch zu diesem Zeitpunkt stand der Kirch-Konzern schon kurz vor der Pleite. Es kam daher nicht mehr zu einer Auszahlung.

Dennoch pochte der DFB auf Einhaltung der Hahn-Zusage. Nach der Insolvenz der KirchMedia meldete DFB-Chefjurist Goetz Eilers am 22. Juli vergangenen Jahres eine Forderung in Höhe von 15,338 Millionen Euro bei Insolvenzverwalter Michael Jaffé an. Der aber lehnt jegliche Zahlungen an den DFB ab.

Pikant an Hahns Millionen-Zusage: DFB-Chef Mayer-Vorfelder hatte nach der völlig verkorksten Europameisterschaft 2000 das Thema Talentförderung zur Chefsache seiner Amtszeit erklärt. Kirch-Insider gehen indessen davon aus, dass die Millionen-Zuwendung an den DFB in erster Line der "sportpolitischen Landschaftspflege" dienen sollte. So hatte sich Mayer-Vorfelder unter anderem im Jahr 2000 für die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte an Kirch eingesetzt. Der DFB bestreitet den Vorwurf. Bei den Vereinbarungen mit Kirch habe es sich um eine "Medienpartnerschaft" gehandelt, die darin bestanden habe, "dass der DFB die Maßnahmen des Talentförderprogramms zur redaktionellen Verarbeitung durch einzelne Sender von KirchMedia in der Erstverwertung zur Verfügung stellt."