Spröder Stahl lässt Hochspannungsmasten knicken
Nach einer Untersuchung im Auftrag deutscher Elektrizitätskonzerne sind bundesweit ältere Hochspannungsmasten einsturzgefährdet: Das Material-Prüfunternehmens SAG Energieversorgungslösungen in Frankfurt warnt in einem internen Vermerk vor dem "spontanen Versagen" und "Abknicken" ganzer Masten. Der vor allem früher verbaute Stahl verliere durch herstellungsbedingte Stickstoffeinlagerungen über Jahrzehnte seine "Zähigkeit und Festigkeit". Bei starken Belastungen etwa durch Stürme oder Eismassen im Winter könne der Stahl brechen. "Eine Überlastung der benachbarten Masten und auch deren Versagen ist dadurch möglich", heißt es in dem Gutachten. Solche Zerstörungen im Domino-Effekt seien bei "westdeutschen Versorgungsunternehmen bereits mehrfach geschehen". Unwetter und Stürme würden von den Stromkonzernen in der Regel als Ursachen für den Mastbruch angeführt. Knapp die Hälfte der derzeit bundesweit 100000 Hochspannungsmasten stammt aus den siebziger Jahren. Im baden-württembergischen Remstal musste bereits eine zehn Kilometer lange Trasse wegen reduzierter "Standsicherheit" stillgelegt werden. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft bestreitet generell Sicherheitsprobleme mit den Strommasten, die "regelmäßig von den eigenen Prüfstellen untersucht" würden.