Britischer Irak-Verwalter Sir Jeremy Greenstock will Souveränität für das besetzte Land in einem Jahr - DER SPIEGEL
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Britischer Irak-Verwalter Sir Jeremy Greenstock will Souveränität für das besetzte Land in einem Jahr

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Der britische Irak-Verwalter, Sir Jeremy Greenstock, bezweifelt, dass auf Grund der von den USA durchgesetzten Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen "neue Truppen ins Land kommen". In einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL sagte der einstige Uno-Botschafter: "Diejenigen, die kommen wollen, werden kommen - ob mit oder ohne Resolution." Wichtig sei vor allem, dass die Entschließung den irakischen Regierungsrat auffordere, einen "eigenen Zeitplan" für die Übernahme der vollen Souveränität vorzulegen: "Es wird sehr schwer werden, diesen ganzen Prozess in weniger als einem Jahr abzuwickeln, wir wollen aber auch nicht, dass er länger als ein Jahr dauert."

Dass die Europäer auf der Madrider Geberkonferenz in dieser Woche nur rund 200 Millionen Euro Aufbauhilfe spenden wollen, habe ihn "enttäuscht, allerdings nicht überrascht". Greenstock hofft auf "substanziellere Hilfe" seitens der Europäer, wenn erst einmal die politischen Schwierigkeiten mit den USA ausgeräumt seien. Das Angebot mehrerer Länder, darunter auch von Deutschland, irakische Polizisten auszubilden, begrüßt Greenstock, stellt aber die Bedingung, "dass die Trainingskurse im Irak stattfinden".

Freimütig räumt der Brite ein, dass die Besatzungstruppen die Sicherheitslage und den wirtschaftlichen Wiederaufbau im Irak noch nicht im Griff haben: "Es ist uns bislang noch nicht gelungen, das Vertrauen der Bevölkerung zu erringen." Vor allem die Sicherung der Grenzen gegen einströmende Waffen und Terroristen müsse "höchste Priorität" erhalten: "Hier klafft eine riesige Sicherheitslücke."