Lufthansa plant einschneidende Änderungen im innerdeutschen und europäischen Verkehr
Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber, 56, plant einschneidende Änderungen im innerdeutschen und europäischen Verkehr. Dadurch will er die Kosten senken und Statuskunden noch enger an das Unternehmen binden. Erste Details werde der Manager, der Ende Juni den langjährigen Konzernführer Jürgen Weber ablöste, bei der Vorlage der Neunmonatszahlen am 12. November präsentieren, spekulieren Lufthansa-Kenner. Die Airline-Strategen wollen Strecken abseits der beiden großen Umsteigedrehscheiben in Frankfurt und München künftig verstärkt im Pingpong-Verkehr bedienen und so bis zu neun Jets einsparen. Den neuen Punkt-zu-Punkt-Service testen die Lufthanseaten bereits seit einem Jahr erfolgreich auf Routen von Berlin und Hamburg nach Köln, Stuttgart und Düsseldorf. Auf den Drehkreuzen in Frankfurt und München sollen Großraumjets vom kommenden Frühjahr an nach der Landung schneller wieder starten. Umsteigepassagiere, die den Anschlussflug nicht erreichen, müssen dann zwar länger warten, gewinnen aber Zeit zum Ausspannen oder Einkaufen. Vielflieger mit Senator-Status und einem üppigen Meilenkonto, die Mayrhuber besonders am Herzen liegen, dürfen schon bald zusätzliche Privilegien genießen. Sie sollen einen neuen Premium-Ausweis erhalten, der ihnen das Einchecken über spezielle Exklusiv-Terminals in Frankfurt und München erlaubt. Auch beim Einsteigen bleiben die Inhaber der geplanten "Black"-oder "Imperator"-Card unter sich. Zum Jet geht's nicht mehr zu Fuß oder mit dem Vorfeld-Bus, sondern in einer eigens bereitgestellten Limousine.