EU-Fahnder decken weitere Korruptionsfälle auf - DER SPIEGEL
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EU-Fahnder decken weitere Korruptionsfälle auf

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Unter EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat sich die Zahl der ans Licht gekommenen Korruptionsfälle weiter erhöht. Wie der SPIEGEL berichtet, wurden in den letzten zwölf Monaten 30-mal Ermittlungen gegen EU-Beamte wegen Schmiergeldzahlungen, Unterschlagung oder anderen Mauscheleien aufgenommen. Nach dem neuen, bislang noch unveröffentlichten Tätigkeitsbericht des EU-Betrugsbekämpfungsamtes "Olaf", der dem SPIEGEL vorliegt, sind bei der Behörde aus dem Vorjahr noch 39 Fälle anhängig. Insgesamt bearbeitet Olaf unter Leitung des Deutschen Franz-Hermann Brüner derzeit 1184 Dossiers über Unterschlagung und Veruntreuung von EU-Geldern. Einen Anstieg von gleich 23 Prozent an Gaunereien registrierte die Behörde im Zusammenhang mit kommissionseigenen Programmen, etwa zur Forschungs- oder Energiepolitik. In Verdacht geraten sind vor allem private Firmen, die sich um EU-Aufträge bemühten. Notorisch sind Betrugsfälle bei Agrarbeihilfen und Geldern aus den Strukturfonds. In den osteuropäischen Beitrittsländern, die Olaf künftig besonders scharf unter die Lupe nehmen will, untersuchen die EU-Fahnder bereits 167 Verdachtsfälle. Spitzenreiter ist Rumänien mit 42 Affären, gefolgt von Polen, wo 22-mal wegen Zollbetrügereien, Zigarettenschmuggels oder Tricksereien mit EU-Beitrittshilfen ermittelt wurde.