Sozialdemokrat Gabriel für Studiengebühren - DER SPIEGEL
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Sozialdemokrat Gabriel für Studiengebühren

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die SPD-Politiker Sigmar Gabriel, Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, und Christoph Matschie, Parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, fordern eine radikale Wende in der rot-grünen Forschungspolitik. Gabriel will Studiengebühren an deutschen Hochschulen einführen: "Akademiker sollen das, was sie an der Uni an Zuwendungen erhalten haben, als Berufstätige zurückzahlen." Das gängige Argument, Arbeiterkinder würden benachteiligt, lässt er nicht gelten: "Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es Länder gibt, in denen der Anteil von Arbeiterkindern an den Hochschulen trotz Studiengebühren höher ist als in Deutschland." Die kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen 84-Millionen-Kürzung im Forschungs- und Bildungsetat, mit der das Loch in der Rentenkasse gestopft werden soll, lehnt er ab und fordert die Zurücknahme: "Ich wäre dafür, dieses auch symbolisch verhängnisvolle Signal zu korrigieren. Wir können nicht beim Parteitag die Innovationsförderung hochhalten und sie im Alltag kleinkürzen." Auch der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium Matschie lehnt die Kürzung ab: "Wenn wir was bewegen wollen, haben wir keine Alternative - Eigenheimzulage weg, Pendlerpauschale weg, andere Subventionen weg. Und was wir daraus gewinnen, müssen wir in Bildung und Forschung investieren."