Neue Warnhinweise schrecken Raucher nicht
Die großflächigen Aufdrucke auf Zigarettenpackungen, die seit dem 1. Oktober mit drastischen Hinweisen vor den Gefahren des Rauchens warnen, zeigen bei Tabakkonsumenten kaum Wirkung. In einer vom SPIEGEL in Auftrag gegebenen NFO-Infratest-Umfrage erklärten 79 Prozent der Befragten, die Warnhinweise verunsicherten sie "gar nicht". Nur 4 Prozent fühlten sich "sehr" verunsichert. 16 Prozent meinten "Ja, etwas". Auf die Frage, "Werden sie wegen der Warnhinweise mit dem Rauchen aufhören?", antworteten 82 Prozent mit "Nein", 13 Prozent mit "Ja, vielleicht" und nur 5 Prozent mit "Ja, sicher". Das Ergebnis deckt sich mit Erfahrungen aus Ländern, in denen solche Hinweise schon seit längerem Pflicht sind. So stieg in den Niederlanden, in denen eine entsprechende Verordnung seit Mai vergangenen Jahres gilt, der Umsatz mit Tabakwaren im ersten Halbjahr 2003 inflationsbereinigt sogar um 0,7 Prozent. In Kanada, wo seit 2001 Fotos von krebszerfressenen Lungen, geschädigten Gehirnen und künstlich beatmeten Rauchern auf Zigarettenpackungen obligatorisch sind, ist die Tendenz ähnlich. Die Zahl der durchschnittlich gerauchten Zigaretten pro Tag erhöhte sich im Jahre 2002 von 16,2 auf 16,4, obwohl die Zahl der Raucher leicht abnahm.