Neue Sparpläne bei der "Süddeutschen Zeitung"
In der Redaktion der "Süddeutschen Zeitung" ("SZ") herrscht Unruhe wegen einer möglicherweise drohenden weiteren drastischen Sparrunde. Verlagsgeschäftsführer Klaus Josef Lutz hatte gegenüber den leitenden Redakteuren am vorigen Montag zwar versichert, dass die Zeitung nur noch geringfügige Verluste mache und auch der Konzern sein Defizit von 76,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf weniger als 10 Millionen gesenkt habe. Er habe noch nie gesehen, dass in so kurzer Zeit so viel gespart wurde, sagte Lutz, die Zitrone sei ausgequetscht. Doch die Gesellschafter des Verlags drängen darauf, dass die Zeitung im nächsten Jahr wieder Gewinne erwirtschaftet und fordern, dass sie ihre Kosten erneut um mehrere Millionen Euro senkt. In der Redaktion wird nun befürchtet, dass es zu weiteren Entlassungen kommt, obwohl die Zahl der Stellen bereits von rund 350 auf weniger als 300 reduziert wurde. Die Qualität der Zeitung, die bereits ihre Berlin-Seite, das Jugendmagazin "Jetzt" und den Nordrhein-Westfalen-Teil eingestellt hat, würde nach Ansicht führender Redakteure dadurch unweigerlich Schaden nehmen.