Krebsrisiko trotz Grenzwert / Studie über Mikrostaub - DER SPIEGEL
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Krebsrisiko trotz Grenzwert / Studie über Mikrostaub

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Ein erst 2001 festgesetzter Höchstwert für Stäube am Arbeitsplatz schützt Beschäftigte in vielen deutschen Industriezweigen vermutlich nicht ausreichend vor Lungenkrebs. Betroffen sind Arbeitnehmer etwa in der Bau-, Farben- und Rußindustrie, die ständig lungengängige Feinstäube einatmen - auch wenn das Material, aus dem sie bestehen, nicht als giftig gilt. Das legen jetzt Ergebnisse einer aufwendigen tierexperimentellen Studie an der Universität Düsseldorf nahe, die "Anlass zur Besorgnis" gäben, so der Gefahrstoff-Experte Peter Wardenbach von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Aus den Versuchen an Ratten ließen sich "deutliche Hinweise auf ein Krebsrisiko auch bei Einhaltung des Allgemeinen Staubgrenzwertes" ableiten. Getestet wurden Stoffe "ohne spezifische Giftigkeit" wie Talk, Toner und Kohle, aber auch das in Farben und Sonnenschutzcremes enthaltene Pigment Titandioxid. All diese Stäube "sollten als Krebs erzeugend angesehen werden", fordert Markus Roller, einer der Studienautoren. Auf Druck der BAuA beschäftigen sich inzwischen Fachgremien des Bundeswirtschaftsministeriums und der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit der Studie.