Fraport wusste um Manila-Risiken - DER SPIEGEL
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Fraport wusste um Manila-Risiken

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Führungsspitze des größten deutschen Flughafenbetreibers Fraport AG war über die Risiken ihres umstrittenen Auslandsprojekts im philippinischen Manila besser informiert als bislang bekannt - und setzte sich trotzdem über Warnungen besorgter Aufsichtsräte hinweg. Das meldet DER SPIEGEL in seiner neuesten Ausgabe unter Berufung auf interne Protokolle und Dokumente, die dem Magazin vorliegen. In der entscheidenden Sitzung des Fraport-Kontrollgremiums am 12. März 1999, in der über die Beteiligung am Bau und Betrieb des neuen Terminals 3 des Ninoy-Aquino-Airport entschieden wurde, lag unter anderem ein Gutachten externer Berater vor, das die geplante 25-jährige Konzessionsvergabe an den indirekten Mehrheitsgesellschafter Fraport als höchst problematisch einstufte. Dennoch stimmte der Aufsichtsrat dem Projekt, das in den vergangenen beiden Jahren zu Wertberichtigungen von rund 350 Millionen Euro führte, mit vier Gegenstimmen zu. Der Singener Wirtschaftsprüfer Georg Wengert, der bereits Klage gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat bei der Hauptversammlung am 25. Juni erhob, erwägt nun, Strafanzeige gegen amtierende und frühere Topmanager und Kontrolleure des Konzerns zu erstatten.