Wachsende Kosten für Unternehmensberater und Online-Angebote bei der Bundesanstalt für Arbeit
Bei der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit explodieren die Kosten für Unternehmens- und EDV-Berater. So wird der so genannte virtuelle Arbeitsmarkt, der diese Woche ans Netz gehen soll, nach dem jüngsten Etatplan der Behörde 77 Millionen Euro kosten. Bislang hatte die Bundesanstalt mit Ausgaben von 63 Millionen Euro gerechnet. Mit höheren Ausgaben rechnet die Nürnberger Behörde auch für die Aufträge an externe Unternehmensberatungen. So werden Firmen wie McKinsey oder Roland Berger, die den Vorstand der Bundesanstalt bei der Reform der Behörde beraten, für ihre Leistungen in diesem und im nächsten Jahr zusammen 62,5 Millionen Euro erhalten. Ursprünglich geplant waren 55 Millionen Euro. In der Affäre um den Beratervertrag mit der PR-Firma WMP schließen die Vorsitzenden des Verwaltungsrates einen Rücktritt Gersters aus. Das gelte auch für den Fall, dass der Rechnungshof die umstrittene Vergabe bei seiner Prüfung beanstandet, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer dem Nachrichtenmagazin DERSPIEGEL. "Der Vorgang steht in keinem Verhältnis zu den schwierigen Reformen, die im Hause anstehen." Auch der Vertreter der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Peter Clever, sieht keine Notwendigkeit für personelle Konsequenzen. Ein Rücktritt Gersters wäre angesichts des Falles "absolut lächerlich".