Deutscher Dopingexperte: Urintests sind fehlerhaft - DER SPIEGEL
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Deutscher Dopingexperte: Urintests sind fehlerhaft

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Urintests, mit denen seit drei Jahren Sportler auf Doping mit dem Blutbildungshormon Erythropoietin (Epo) untersucht werden, sind mangelhaft. Hans Heid, Biochemiker am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, schreibt in einer Expertise, dass bei den Tests massive Probleme vor allem bei der Kühlung der Proben und durch Verunreinigungen des Urins auftreten können. Heid hatte gemeinsam mit einem Mediziner des Welt-Leichtathletikverbandes im Kölner Doping-Kontrolllabor die Analyse der B-Probe des kenianischen Mittelstreckenläufers Bernard Lagat begleitet. Beim ersten Untersuchungsgang war der Olympiadritte von Sydney über 1500 Meter im Sommer positiv getestet und daraufhin suspendiert worden. Die B-Probe ergab dann ein negatives Ergebnis. Bisher sei nicht beachtet worden, so befanden die Kontrolleure, dass sich wichtige Moleküle in dem entnommenen Urin verändern können. Besonders bei Wärme und langen Transportzeiten würden deshalb falsche Resultate herauskommen. Bisher sehen sich die Sportverbände aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, eine Kühlkette aufzubauen. Zur Vermeidung "tragischer Fehler" regt Heid deshalb an, ein neues, einfacheres Verfahren zu entwickeln.