Eklat um Behindertengottesdienst im ARD-Programm - DER SPIEGEL
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Eklat um Behindertengottesdienst im ARD-Programm

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Für Empörung bei der evangelischen Kirche sorgt der Versuch von ARD-Programmdirektor Günter Struve, eine Gottesdienst-Übertragung mit Behinderten aus dem Ersten zu kippen. Noch während der vom Rundfunk Berlin-Brandenburg(RBB) am Reformationstag live aus dem Berliner Johannisstift übertragenen Sendung griff Struve zum Telefon und drohte mit Abschalten. Der Programmchef störte sich offenbar daran, dass Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam agierten: mit Liedern, Gebeten und einem Auftritt der Theatergruppe Ramba Zamba, deren Mitglieder etwa am Down-Syndrom leiden. Später warf Struve in einem Brief den verantwortlichen Redakteuren, aber auch der Rundfunkbeauftragten der Kirche vor, "Behinderte zur Schau gestellt" zu haben. Der stets um die Quote besorgte ARD-Mann sähe eine solche Veranstaltung lieber "in die diskrete Welt eines Stiftes" verbannt, statt "im Massenmedium Fernsehen". Die Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg, Susanne Kahl-Passot, die bei dem Gottesdienst predigte, ist empört:"Ihre Kritik ist ein Politikum und eine Ohrfeige für alle Menschen mit Behinderungen, die diesen Gottesdienst mitgestaltet haben", protestierte sie schriftlich. Auch RBB-Intendantin Dagmar Reim teilt Struves Kritik nicht: "Ich bin dagegen, Behinderte zu verstecken, so dass sie im Alltag nicht vorkommen. Das führt dazu, dass wir sie als monströs erleben." ARD-Mann Struve selbst lehnt jeden Kommentar dazu ab. Es habe sich schließlich um eine "interne Kritik" gehandelt.