Mercedes hat Ärger mit den Zulieferern
Mehrere Lieferanten des DaimlerChrysler-Konzerns erheben schwere Vorwürfe gegen den Autohersteller. Sie beklagen, dass Mercedes-Benz von Zulieferern nachträglich für bereits gelieferte und bezahlte Waren Preisnachlässe von bis zu sieben Prozent fordere. Die im Verband der Deutschen Automobilindustrie (VDA) zusammengeschlossenen Lieferanten haben sich schriftlich darüber beschwert, dass "einseitig rückwirkende Preissenkungen ... diktiert werden, den Zulieferern pauschale Abschläge auf vereinbarte Preise abverlangt ... und weitere Preissenkungen erheblicher Größenordnung mit technischen Änderungen begründet werden, ohne dass solche Änderungen durchgeführt ... werden". Den Brief sandten sie zwar an alle deutschen Automobilchefs. Hauptsächlich gemeint, so ein Lieferant, sei aber Mercedes-Benz. Die Sparmaßnahmen erinnerten viele in der Branche an die Aktionen des einstigen Opel- und VW-Einkaufschefs José Ignacio López, durch dessen Preisdrückerei sich beide Konzerne Qualitätsprobleme einhandelten. Die Forderungen würden es Zulieferern "nicht mehr erlauben, im notwendigen Umfang in die Entwicklung modernster Technologie und höchster Qualität zu investieren". Mercedes-Benz-Einkaufschef Harald Bölstler weist die Vorwürfe zurück. Man fordere "definitiv keine rückwirkenden Preissenkungen". Er wolle gemeinsam mit den Lieferanten nach Möglichkeiten zur Kostensenkung suchen. "An der Qualität wird es keinerlei Abstriche geben", sagt der Mercedes-Manager.