Im Fall Holzmann droht ein weiterer Mammut-Prozess - DER SPIEGEL
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Im Fall Holzmann droht ein weiterer Mammut-Prozess

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Sollte das Landgericht Frankfurt am Main die Anklage im Falle Holzmann zulassen, wird es nach dem Mannesmann-Prozess ein weiteres Mammut-Verfahren geben, bei dem zahlreiche Größen der deutschen Wirtschaft vor Gericht erscheinen müssen. Hintergrund ist ein Aktiengeschäft aus dem Jahr 1994. Damals hatte die West- LB für die Holzmann AG deren eigene Aktien erworben - nach Darstellung der betroffenen Manager, um eine feindliche Übernahme durch den Konkurrenten Hochtief abzuwehren. Binnen kurzer Zeit erlitt das Institut auf das Fünf-Prozent-Paket jedoch einen Kursverlust von 100 Millionen Mark. Daraufhin stellten die Bankmanager dem Baukonzern Scheinrechnungen über den fraglichen Betrag - die Holzmann anstandslos bezalte. Wegen Beihilfe zur Untreue will die Staatsanwaltschaft neben dem Ex-Chef der WestLB, Friedel Neuber, nun auch dem ehemaligen Mitarbeiter des Instituts, Christoph von Röhl, dem noch immer bei der Bank beschäftigten Ralf Josten und zwei Wirtschaftsprüfern der PriceWaterhouseCoopers den Prozess machen. Wegen Untreue müssen sich der Ex-Holzmann-Chef Lothar Mayer und seine damaligen Vorstandskollegen Lothar Freitag, Dieter Rappert, Michael Westphal und Gerhard Lögters verantworten. Dazu hat die Staatsanwaltschaft die Vernehmung von 76 Zeugen beantragt - darunter Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper sowie dessen ehemaliger Vorstandskollege Carl-Ludwig von Boehm-Bezing. Auch Hochtief- Chef Hans-Peter Keitel und der ehemalige Mannesmann-Chef und Holzmann-Aufsichtsrat Klaus Esser sowie RWE-Chef Friedhelm Gieske sollen aussagen.