Holtzbrinck will die Mehrheit bei der Koblenzer "Rhein-Zeitung"
Während der Holtzbrinck-Konzern in der vorigen Woche das Bundeskartellamt noch einmal von der Unbedenklichkeit seines Erwerbs der "Berliner Zeitung" zu überzeugen versuchte, arbeiten die Verlagsmanager bereits an einem weiteren Ausbau ihrer Regionalzeitungsgruppe (unter anderem "Südkurier", "Main-Post"). Es geht um eine Mehrheitsbeteiligung am Koblenzer Mittelrhein-Verlag, in dem die "Rhein-Zeitung" erscheint - und auf den die Stuttgarter seit längerem ein Auge geworfen haben. Eine redaktionelle Kooperation zwischen den Häusern besteht schon seit dem vorigen Jahr. Man sei in den Verkaufsverhandlungen "auf einem guten Weg", bestätigte Mittelrhein-Gesellschafter Walterpeter Twer jetzt gegenüber dem Betriebsrat, der Deal könne in acht Wochen über die Bühne gehen, sich aber auch noch ein halbes Jahr hinziehen. Es gebe Gespräche, aber noch keinen Vorvertrag, konkretisiert Twer, der 33,34 Prozent hält, aber Holtzbrinck sei "ein Wunschkandidat". Dem Verkauf zumindest zustimmen müsste auch der mit Twer über Kreuz liegende Miteigener Olaf Theisen (33,33 Prozent), da für diesen Schritt laut Gesellschaftervertrag die Zustimmung von 75 Prozent der Anteile vonnöten ist. Anders als Twer und die Miteignerfamilien Ulrich und Schneider, die sich weitere 33,34 Prozent teilen, will Theisen selbst aber nicht verkaufen: "Ich bleibe Gesellschafter", so Theisen, der für diesen Fall offenbar sogar darüber nachdenkt, seine Anteile aufzustocken. Beim Holtzbrinck-Konzern, der in der weiteren Region bereits die "Saarbrücker Zeitung" und den "Trierischen Volksfreund" kontrolliert, heißt es zu der Sache nur: "Kein Kommentar."