Neuer Zwist zwischen Verteidigungsminister Peter Struck und Nato-General Harald Kujat
Zu neuen Missklängen ist es nach der Frühpensionierung des Heeresinspekteurs Gert Gudera zwischen Verteidigungsminister Peter Struck und dem Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses, General Harald Kujat, gekommen. Nach Differenzen um die Bundeswehrreform hatte Gudera, 60, am vergangenen Montag um den vorzeitigen Ruhestand gebeten und war so der von Struck geplanten Entfernung aus dem Amt zuvorgekommen. Kujat, bis Juli 2002 Generalinspekteur der Bundeswehr, bekundete Gudera danach in der "Frankfurter Allgemeinen" seine "Hochachtung": "Wenn ein Inspekteur die Einsatzbereitschaft seiner Teilstreitkraft nicht gewährleisten kann, weil ihm die nötigen Mittel fehlen, muss er die Konsequenzen ziehen." Struck war erbost, da Kujat schon öfter seinen Unmut erregt hatte, etwa als er im Bundestagswahlkampf 2002 der rot-grünen Regierung indirekt empfahl, einen Militäreinsatz im Irak nicht auszuschließen. Auf dem Weg zu einem Besuch in Lettland ereilte den General am vergangenen Donnerstag ein milder Rüffel aus Berlin. "Es steht Ihnen nicht zu, sich zu Personalentscheidungen in einem Nato-Land zu äußern", ermahnte Struck den General per Telefon. Kujat gab sich gebührend zerknirscht: "Herr Minister, ich nehme die Hacken zusammen und akzeptiere das."