Staatsanwälte ermitteln gegen Diamantenhändler - DER SPIEGEL
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Staatsanwälte ermitteln gegen Diamantenhändler

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gleich mehrere Staatsanwaltschaften ermitteln derzeit gegen dubiose Diamantenhändler. Die hinterlegten bei ahnungslosen Anlegern maßlos überbewertete Edelsteine als Sicherheit für Großkredite, die nie zurückbezahlt wurden. "Das ist eine gängige Geschäftspraxis", sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hechingen. Dort sitzen gleich zwei Händler in Untersuchungshaft. Laut Haftbefehl sollen sie mit der Diamantenmasche in mindestens vier Fällen Kredite in Höhe von mehreren zehntausend Euro ergaunert haben. Inzwischen ist die Polizei noch unzähligen weiteren Betrugsfällen auf der Spur. Die Schweizer Behörden hatten einen der mutmaßlichen Täter vor Weihnachten an die deutschen Behörden ausgeliefert. Die Opfer sind oft wohlhabende Mittelständler. Im Fall von Hechingen hatte der Besitzer eines Sägewerks Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert. Gegen drei weitere mutmaßliche Betrüger ermitteln Hamburger Staatsanwälte seit Herbst 2002. Sie sollen "einen vermögenden alten Herrn in der Schweiz" betrogen haben, bestätigt ein Sprecher. Laut einer Strafanzeige beträgt der Schaden rund 13 Millionen Schweizer Franken. Insider gehen davon aus, dass die Summe beinahe doppelt so hoch liegt. Um dem betagten Ex-Industriellen die Phantasiewerte der Steine plausibel zu machen, nutzten die Täter schauspielerische Qualitäten: Bei der Übergabe eines vermeintlichen Topdiamanten sorgten falsche Scheichs für ein hochkarätiges Ambiente.