Finanzstaatssekretär Overhaus muss gehen
Der Staatssekretär für Haushaltsangelegenheiten im Bundesfinanzministerium, Manfred Overhaus, darf seine Amtszeit nicht verlängern. Obwohl der dienstälteste Staatssekretär der Bundesregierung im Juni 65 Jahre alt wird und damit die Pensionsgrenze erreicht, hatte er darum gebeten, noch weiter für das Ministerium tätig sein zu dürfen. Bei politischen Beamten, also Staatssekretären und Abteilungsleitern, ist das im Prinzip möglich - sofern das Kabinett zustimmt. Doch Finanzminister Hans Eichel hat das Ansinnen abgelehnt. "Auch im Kabinett hätte es für diese Personalie keine Mehrheit gegeben", heißt es intern. Overhaus, der schon unter Theo Waigel Staatssekretär wurde und im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, gilt als graue Eminenz im Finanzministerium und ist einer der mächtigsten Strippenzieher hinter den Kulissen der rot-grünen Regierung. Auf Grund seiner oft scharfen Sparforderungen schuf er sich nicht nur Freunde. Dennoch hat er bislang alle Krisen, zum Beispiel die dilettantische Entlassung des Ex-Telekom-Chefs Ron Sommer, überstanden. Als Nachfolger ist Werner Gatzer im Gespräch, Chef des Leitungsstabes im Finanzministerium.