Medienexperte hält Clements Gesetzesnovelle zur Erleichterung von Pressefusionen für "durchgeknallt"
Der Dortmunder Zeitungswissenschaftler Horst Röper hat die aktuellen Pläne von Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement für eine Lockerung der Pressefusionskontrolle scharf kritisiert. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL bezeichnete Röper das Vorhaben als "schlicht durchgeknallt". Würde die Gesetzesnovelle wie vorgesehen schon im Mai geltendes Recht, wäre der deutsche Zeitungsmarkt nach seiner Ansicht "sofort mit einer gewaltigen Fusionswelle konfrontiert, in der die kleinen Verlage untergehen". Für die Leser hätte das die Folge, dass sie "noch weniger zwischen unabhängigen Zeitungen wählen können", so Röper. Das sei "inakzeptabel". Der Wissenschaftler hält Clements Pläne sogar für potenziell verfassungswidrig und hofft auf eine Intervention aus dem Justizministerium. "Eine gelockerte Fusionskontrolle ist mit der grundgesetzlich gebotenen Pressevielfalt unvereinbar."