Angesichts des koreanischen Klon-Erfolges fordern deutsche Forscher eine Lockerung des Stammzell-Gesetzes - DER SPIEGEL
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Angesichts des koreanischen Klon-Erfolges fordern deutsche Forscher eine Lockerung des Stammzell-Gesetzes

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Erfolg südkoreanischer Forscher, die den ersten menschlichen Embryo geklont haben, lässt deutsche Forscher fürchten, von asiatischen Wissenschaftlern überrundet zu werden. Deshalb werden jetzt Forderungen laut, die Hindernisse etwa durch das Stammzell-Gesetz abzubauen. Mit Blick auf den koreanischen Wissenschaftscoup plädiert Detlev Ganten, ab Montag neuer Chef der Berliner Charité, die deutschen Gesetze zu überdenken: "Das therapeutische Klonen ist eine interessante neue Technoogie, die auch in Deutschland fortentwickelt werden sollte", sagte er dem SPIEGEL. Bei der Stammzell-Forschung sei Deutschland dabei, den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren. Als hinderlich empfindet er unter anderem die Stichtag-Regelung im Stammzell-Gesetz, wonach nur Stammzell-Linien verwendet werden dürfen, die vor dem 1. Januar 2002 hergestellt wurden. "Diese Frist muss fallen", fordert Ganten und begründet das mit der mangelhaften Qualität der alten Zell-Linien. Der Kölner Stammzell-Forscher Jürgen Hescheler sieht den Druck seitens der Patienten, die von Ersatzorganen aus Stammzellen profitieren könnten, wachsen. "Es wird ethisch immer schwieriger, durch Verbote den medizinischen Fortschritt zu blockieren. Die Leute müssen dann später ins Ausland gehen, um sich behandeln lassen zu können", sagte er dem SPIEGEL. Er hoffe auf Unterstützung durch Kanzler Gerhard Schröder. "In Sachen Biotechnik ist der ziemlich am Puls der Zeit." Auch der hannoversche Herzchirurg und Stammzell-Forscher Axel Haverich hält die Tabuisierung des Klonens für einen Fehler: "Wer die Stammzell-Forschung medizinisch anwenden will, der kommt am Klonen gar nicht vorbei."