Wird Fall der Klinikärztin Bach eines der größten Todesermittlungsverfahren der Republik? - DER SPIEGEL
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Wird Fall der Klinikärztin Bach eines der größten Todesermittlungsverfahren der Republik?

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Aus dem Fall der am Mittwoch festgenommenen Klinikärztin Mechthild Bach aus dem niedersächsischen Langenhagen könnte eines der größten Todesermittlungsverfahren der Bundesrepublik werden: Nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover in acht von elf untersuchten Fällen vom dringenden Tatverdacht des Totschlags ausgeht, hat der eingeschaltete Gutachter, der Bochumer Schmerz-Mediziner Michael Zenz, nun noch weitere 14 Akten zu überprüfen. Auch bei diesen Patienten geht der Medizinische Dienst der Krankenkassen Niedersachsen, der den Fall aufgedeckt hat, davon aus, dass sie nicht sterbenskrank waren, die Ärztin ihnen aber trotzdem tödliche Überdosen an Schmerzmitteln verabreichte. Darüber hinaus hat die Polizei im Juni 2003 die Akten von weiteren 51 Patienten beschlagnahmt, die kurz vor dem Tod noch Morphium erhielten. Auch geraten nun alle weiteren Todesfälle in das Blickfeld der Fahnder, die es in Bachs Belegbetten seit 1982 gegeben hat. Weil allein zwischen Januar 2000 und Juni vergangenen Jahres 251 Bach-Patienten starben, belaufen sich die Schätzungen auf mehr als 1500 Tote.