Rettungsdienste rechnen Krankenfahrten als Notfalleinsätze ab / Millionenschaden bei Krankenkassen
Deutsche Rettungsdienste kassieren mit falsch deklarierten Einsätzen bei Krankenkassen kräftig ab. Wie der SPIEGEL berichtet, rechnen die Retter Krankenfahrten als Notfalleinsätze ab, um den viermal höheren Tarif zu verlangen. Dadurch sind den Krankenkassen vermutlich Schäden in Millionenhöhe entstanden. Wie interne Einsatzmeldungen von der Leitstelle an die Fahrer belegen, wissen die Helfer oft frühzeitig, dass keine ernsthafte Verletzung oder Erkrankung zu versorgen ist, dennoch rasen die Wagen mit Blaulicht und Martinshorn los. So sind beispielsweise in Hamburg Rettungswagen ausgerückt, obwohl sich ein Anrufer lediglich mit Sekundenkleber die Hand verkleistert hatte. Für einen Notfalleinsatz können die Rettungsdienste je nach Kommune zwischen 200 und 550 Euro abrechnen, für eine Krankenwagenfahrt dagegen nur zwischen 40 und 150 Euro. Wie der SPIEGEL weiter schreibt, prüfen nun mehrere Krankenkassen, ob sie systematisch betrogen worden sind. Stichproben der Techniker Krankenkasse ergaben, dass gut ein Drittel aller Fahrten zweifelhaft sind. „Tattrige Omas werden ohne medizinischen Grund mit teuren Rettungswagen abgeholt“, sagt Peter Scherler, bei der AOK Niedersachsen zuständig für Abrechnungsmanipulation, „damit wird Kasse auf Kosten der Kassen gemacht.“