Vorwürfe gegen Mahnmal-Architekten Eisenman
Erneut wird der Bau des Holocaust-Mahnmals in Berlin von einem Eklat überschattet. Der frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Alexander Brenner, hat dem verantwortlichen Architekten Peter Eisenman eine „zynische Verunglimpfung des Andenkens der ermordeten, vergasten, erschossenen und verbrannten Juden“ vorgeworfen. Hintergrund ist ein Vorfall auf der Sitzung des Mahnmal-Kuratoriums Mitte Februar. Nach Darstellung Brenners und anderer Teilnehmer hatte Eisenman, der selbst Jude ist, dort zur angeblichen Erheiterung einen „Witz“ erzählt. Er sei bei einem Zahnarztbesuch in New York gefragt worden, ob seine – Eisenmans – Goldfüllungen von der Degussa aus den Zähnen ermordeter Juden stammten. Brenner hatte darauf unter Protest die Kuratoriumssitzung verlassen. In einem Schreiben an dessen Vorsitzenden, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse, fordert Brenner nun eine Stellungnahme. Inzwischen hat Eisenman den Vorgang bedauert.