Geldwäsche: Sparkassen werden abgemahnt - DER SPIEGEL
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Geldwäsche: Sparkassen werden abgemahnt

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zwischen den Bankenwächtern und den Sparkassen herrscht ein gespanntes Verhältnis. Trotz klarer Gesetze und jahrelanger Übergangsfristen haben viele Institute noch keine vollelektronischen Sicherungssysteme gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung installiert. Jetzt hat die von Jochen Sanio geleitete Aufsichtsbehörde den Sparkassen ein Ultimatum gestellt. "Zur Vermeidung von förmlichen Anordnungen" sind die Systeme bei Landesbanken und größeren Sparkassen "bis spätestens zum Ende des ersten Halbjahres 2004" zu installieren, heißt es in einem internen Papier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Bei einem Krisentreffen mit Vertretern des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) am 9. Dezember hatten die Beamten das Verhalten der Sparkassen laut Sitzungsprotokoll scharf kritisiert: "Obgleich die BaFin den Instituten nach Inkrafttreten des § 25 des Kreditwesengesetzes bewusst noch einmal ein Jahr Zeit gelassen habe, sind viele Institute im Sparkassensektor ihrer Verpflichtung gleichwohl bislang nicht nachgekommen." Ein weiteres Abwarten sei "nicht mehr möglich". Ein Sprecher des DSGV kontert, dass "die Anforderungen der BaFin bis vor kurzem nicht ausreichend klar" gewesen seien. Die größeren Häuser der Sparkassen-Finanzgruppe "haben bereits EDV-mäßig aufgerüstet oder sind im Begriff, dies zu tun".