Premiere pokert um Standort
Der Münchner Bezahlsender Premiere prüft einen Umzug in eine andere deutsche Medienmetropole. Am vorigen Freitag traf Premiere-Chef Georg Kofler mit seinem neuen Strategiebeauftragten Friedrich-Carl Wachs den Hamburger Wirtschaftssenator Gunnar Uldall zu einem eineinhalbstündigen Gespräch. Für diese Woche hat Wachs Termine in Berlin vereinbart, auch Köln wird geprüft. "Wir wollen alle unternehmerisch relevanten Bereiche an einem Standort zusammenbringen und werden jetzt ernsthaft unsere Optionen sondieren", bestätigt Kofler, der das Vorhaben am Freitag auch bei einer Betriebsversammlung in Hamburg zur Sprache brachte. 1999 hatte Premiere seinen Sendersitz von der Elbe nach Unterföhring bei München verlegt, in der Hansestadt arbeiten aber noch rund 500 Mitarbeiter in den Bereichen IT und Kundenbetreuung. Intern hat Kofler seinen Strategen Wachs damit beauftragt, bis Herbst Vor- und Nachteile der verschiedenen Standorte entscheidungsfertig aufzubereiten. Eine externe Unternehmensberatung soll dabei helfen. "Im kommenden Frühjahr möchten wir umzugsfertig sein", so Kofler. "Selbstverständlich" sei aber auch der bisherige Sitz in Bayern in der Ziehung. "Das wird ein fairer, ergebnisoffener Wettbewerb", so Kofler nach seinem Gespräch mit Uldall, "Hamburg hat reelle Chancen." Er wolle nicht Landesregierungen gegeneinander ausspielen, erwarte "natürlich aber schon die eine oder andere Förderung, in geistiger und materieller Hinsicht". Bei Uldall dürfte Koflers Besuch gemischte Gefühle hinterlassen haben: Bei der Betriebsversammlung kündigte Kofler nämlich an, erst einmal 50 Stellen von Hamburg Richtung Zentrale zu verlagern.