Terrorverdächtiger Bahaji: Brief aus dem Untergrund - DER SPIEGEL
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Terrorverdächtiger Bahaji Brief aus dem Untergrund

Der mutmaßliche Terrorhelfer Said Bahaji, der kurz vor dem 11. September aus Hamburg floh, hat in einem jetzt aufgetauchten Brief seine Schuld und die seines Freundes Mounir al-Motassadeq bestritten. Eine Hamburger Hochschule will weiter verhindern, dass der Terrorverdächtige Abdelghani Mzoudi studieren darf.
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"Durch die Vorwürfe des Bundeskriminalamts musste ich leise untertauchen", klagt der Deutsch-Marokkaner Bahaji brieflich seiner Mutter. Das Schreiben ist auf den 26. April 2002 datiert und war bisher öffentlich nicht bekannt. Fahnder spekulieren, Bahaji könne den Brief auch mit Blick auf das Hamburger Verfahren gegen seinen Freund Mounir al-Motassadeq abgefasst haben: "Weder er noch ich", heißt es darin, "haben etwas mit den Ereignissen des 11. September zu tun."

Über seine Zeit in der Extremisten-Wohngemeinschaft in Hamburg schreibt Bahaji: "Wir haben in der Marienstraße 54 gute Zeiten verbracht, aber nie einen Anschlag geplant." Etwas kryptisch berichtet der Untergetauchte, er sei häufig unterwegs, erlebe "viel und lerne ständig neue Leute kennen". Auch in einem abgehörten Telefonat mit seiner in Hamburg lebenden Frau behauptete er, nichts vom Terror geahnt zu haben. Die Ereignisse seien "plötzlich gekommen".

Am vergangenen Freitag legte die Bundesanwaltschaft Bahajis Brief und das aufgezeichnete Telefonat dem Hanseatischen Oberlandesgericht vor, das über die Fortdauer von al-Motassadeqs Haft entscheiden muss. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil von 15 Jahren Freiheitsstrafe aufgehoben und den Fall nach Hamburg zurückverwiesen.

Die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften will weiter verhindern, dass der unter Terrorverdacht stehende Marokkaner Abdelghani Mzoudi, 31, dort studieren darf. Das Verwaltungsgericht Hamburg hatte entschieden, Mzoudis lange Studiendauer stehe einer Zulassung nicht entgegen; die Hochschule müsse seinen Antrag neu prüfen. Gegen den Beschluss hat das Bildungsinstitut vergangene Woche beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde eingelegt. Mzoudi steht im Verdacht, die Todespiloten des 11. September unterstützt zu haben. Das Hanseatische Oberlandesgericht hatte ihn von diesem Vorwurf zwar freigesprochen, doch die Bundesanwaltschaft ist in Revision gegangen. Mzoudi war während seiner Untersuchungshaft exmatrikuliert worden und will sein Studium der Elektrotechnik nun fortsetzen.