Saban plant weitere Zukäufe in Deutschland / Kampfansage an Kabelnetzbetreiber - DER SPIEGEL
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Saban plant weitere Zukäufe in Deutschland / Kampfansage an Kabelnetzbetreiber

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der amerikanisch-israelische Investor Haim Saban, der im vorigen Sommer mit der ProSiebenSat.1 Media AG faktisch die Hälfte des deutschen Privatfernsehmarkts übernommen hat, will sein Engagement im deutschen Medienmarkt ausbauen. "Wir werden uns jede günstige Gelegenheit auf dem deutschen Medienmarkt anschauen und haben, zusammen mit unseren Partnern, auch das notwendige Kleingeld für Akquisitionen", sagte Saban.

Erstmals bestätigte der Investor in einem ausführlichen SPIEGEL-Gespräch kurz vor der Hauptversammlung des Unternehmens am Freitag in München seinen Plan, die Kölner Viva Media AG zu übernehmen. Die Saban Capital Group sei an dem Unternehmen interessiert, so Saban. "Wir sind dabei, dieses Interesse zu verfolgen." Auch zur künftigen Strategie der Senderfamilie in Sachen Sport nahm der neue Eigner und Aufsichtsratschef Stellung. ProSiebenSat.1 werde künftig "für jedes Fußballrecht und generell jedes Sportrecht bieten, das geschäftlich Sinn macht". Es handle sich hierbei um eine "Grundsatzentscheidung", so Saban, für die das Management jetzt vom Aufsichtsrat grünes Licht bekommen habe. Dies gelte unter anderem für die Rechte an der Fußball-WM 2006, an den Olympischen Spielen 2010 und 2012 sowie an der Champions League von der Saison 2006 an. "Wer wie wir auf dem deutschen Fernsehmarkt wachsen will und den Sport außer Acht lässt, macht seinen Job nicht richtig", so Saban.

Alle Zweifler, die ihn nur als Zwischenhändler einschätzten, hätten sich "gründlich verrechnet", so Saban weiter. Sollten seine Finanzpartner früher oder später aussteigen wollen, werde er seinen Einfluss sogar ausbauen: "Ich bin herzlich gern bereit, deren Anteile zu übernehmen", sagte Saban.

Auch zu der rigiden Personalpolitik bei dem Münchner Unternehmen äußerte sich der Investor. Nach dem Abgang von Vorstandschef Urs Rohner und drei weiteren Vorständen war Ende voriger Woche auch die Demission von ProSieben-Chef Nicolas Paalzow bekannt geworden. "Diese Veränderungen waren notwendig und sind nun abgeschlossen", so Saban. Eine Kampfansage richtete er an Deutschlands größten Kabelnetzbetreiber KDG, mit dem ProSiebenSat.1 derzeit um die Einspeise-Modalitäten für das digitale Kabel ringt. Saban will dort nicht weniger als eine Umkehrung des Prinzips erreichen, wonach die Sender für ihre Verbreitung bezahlen. Solange das nicht passiere, würden seine Kanäle im KDG-Digitalangebot nicht zu sehen sein: "No way!".