Kosovo Bundeswehr ließ deutsche Polizisten im Stich
Hamburg - In einem Bericht der Bund- Länder-Arbeitsgruppe International Police Task Force an das Bundesinnenministerium und an die Länder heißt es: "Die Kfor ist bei gewalttätigen Unruhen zur Lagebewältigung nicht geeignet." In Prizren, wo das Gros der 3600 Bundeswehrsoldaten stationiert ist, sei "trotz ständiger Hilfeersuchen an die Kfor" kein Militär erschienen, um die Polizei zu unterstützen. Die Kfor "erwies sich als unfähig, die ihr übertragenen Aufgaben zu gewährleisten".
Bei Attacken auf das Polizeihauptquartier wurden 36 Polizisten verletzt. Uno-Polizeichef Stefan Feller wird in dem Bericht mit den Worten zitiert, die Kfor konnte "die ihr zugewiesenen Objektschutzaufgaben nicht gewährleisten und auch nicht den Schutz der serbischen Bevölkerung aufrechterhalten".
Andere Truppenkontingente, albanische Menschenrechtler und unabhängige Beobachter werfen der Bundeswehr ebenfalls Versagen vor. Sie habe bei den Ausschreitungen eine klägliche, wenn nicht die blamabelste Rolle gespielt. Die deutschen Soldaten seien weggerannt, hätten sich wie die Hasen in Kasernen versteckt und seien mit gepanzerten Fahrzeugen erst wieder erschienen, als der albanische Mob sich ausgetobt und sein Vernichtungswerk vollendet hatte.
"Die Kfor muss ihr Sicherheitskonzept überdenken", fordert Sachsen-Anhalts Innenminister Klaus Jeziorsky (CDU). Auch sein Hamburger Kollege Udo Nagel verlangt: "Die Kfor muss in der Lage sein, die Uno-Mitarbeiter zu schützen." Verteidigungsminister Peter Struck hingegen hatte die Soldaten nach den Unruhen gelobt: "Sie haben besonnen reagiert, eine Eskalation verhindert und so Menschenleben geschützt."