Volkswagen-Vorstand will Arbeitskosten um 30 Prozent reduzieren / Hartz sieht "starken Tobak" für Gewerkschaften
VW-Personalvorstand Peter Hartz geht mit einem umfangreichen Forderungspaket in die am 10. Mai startenden Verhandlungen zum neuen VW-Haustarif: "Die Arbeitskosten müssen bis zum Jahr 2011 um rund 30 Prozent runter", fordert er in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DERSPIEGEL. "Um als Hochlohnland konkurrenzfähig zu bleiben", brauche man in der Bundesrepublik "die flexibelsten Systeme der Welt". Die Brutto-Löhne sollen zwar "auf dem heutigen Niveau bleiben". Doch der Hartz-Plan sieht die Einführung einer "demografischen Arbeitszeit" vor, die es Jüngeren erlauben würde, künftig deutlich mehr als die bisher bei VW üblichen rund 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Überstunden sollen, so Hartz zum SPIEGEL, erst ab der 40. Stunde bezahlt werden.
Rund 30 Prozent des Lohns will er künftig für einen Großteil der VW-Arbeitnehmer an das Betriebsergebnis koppeln. Zudem möchte er die "Wert schöpfende Arbeitszeit" neu definieren und die Kosten für Qualifizierung und Weiterbildung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern teilen. "Das wäre nur fair", sagte Hartz, der "nicht gleich die große Keule der Abwanderungsdrohung" rausholen möchte. Zwar ahnt der VW-Vorstand im SPIEGEL-Interview, dass sein Konzept "für einige Gewerkschafter starker Tobak" sein dürfte, aber ein deutscher Abschluss könne auch "Pilotcharakter" für einen europäischen Tarifvertrag haben. Und nur so seien die 176.544 deutschen Arbeitsplätze des Konzerns zu halten.