Deutsche Bank: Ackermann wird stärker kontrolliert - DER SPIEGEL
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Deutsche Bank Ackermann wird stärker kontrolliert

Im Aufsichtsrat der Deutschen Bank mischen sich die Vertreter der Anteilseigner verstärkt in strategische Fragen des Unternehmens ein. Sie engen damit den Spielraum des Bankchefs Josef Ackermann spürbar ein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Zahlreiche deutsche Industriebosse hatten sich zuvor hilfesuchend an den Chef des Aufsichtsrats, Rolf Breuer, und weitere Kontrolleure gewandt. Sie zeigten sich besorgt über Ackermanns Versuche, die Bank an ausländische Adressen - darunter die amerikanische Citigroup - zu verkaufen. Die deutsche Industrie, so die Manager, brauche zumindest ein nationales Institut, das weltweit tätig sei - um bei der Vergabe von Krediten nicht den nationalen Interessen anderer Staaten ausgeliefert zu sein.

Die Anteilseigner, die über Ackermanns Pläne nicht informiert waren, hätten daraufhin, so berichten Insider, "die Schwächen" in der Führungsstruktur der Bank erkannt - und Konsequenzen gezogen. Das eigens auf Ackermann zugeschnittene CEO-Modell sei zwar an die Strukturen einer US-Gesellschaft angelehnt, allerdings unterliegen die Firmenchefs in Amerika einer weitaus stärkeren Kontrolle durch die nicht operativ tätigen Manager.

Breuer habe deshalb inzwischen mehrfach Sitzungen der Anteilseignervertreter einberufen - teilweise mit und teilweise ohne die Vorstände. "Die Zeiten, in denen der Aufsichtsrat vier Mal im Jahr tagte, um Vorstandsvorlagen abzunicken, sind definitiv vorbei", berichtet ein Manager. In einer dieser Zusammenkünfte wurde auch die Notwendigkeit einer Übernahme einer anderen Bank in Deutschland diskutiert, die Ackermann ablehnt.

Der Vorstandschef sei über die kurze Leine nicht amüsiert, heißt es, es bleibe ihm jedoch gar nichts anderes übrig, "als zu spuren".