Frankreich lässt Einstieg von Siemens bei Alstom zu
Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Nicolas Sarkozy hat seinen Widerstand gegen einen Einstieg von Siemens beim konkursgefährdeten französischen Energie- und Verkehrstechnikkonzern Alstom aufgegeben. In einem Gespräch mit dem Brüsseler Wettbewerbskommissar Mario Monti, der noch in diesem Monat über bereits im vorigen Jahr geleistete Pariser Beihilfen an Alstom entscheiden muss, hat Sarkozy am Montag voriger Woche eingestanden, dass Alstom ohne weitere Hilfe von außen nicht überlebensfähig ist. In groben Zügen sind sich Sarkozy und Monti über einen Rettungsplan bereits einig. Danach genehmigt Monti die Beihilfen unter der Bedingung, dass Alstom seine beiden wichtigsten Sparten - den TGV und die Turbinen - ausgliedert. An der Eisenbahntechnik soll sich der französische Staatskonzern Areva beteiligen, Siemens-Chef Heinrich von Pierer an den Turbinen mit der Option, zu einem späteren Zeitpunkt den Alstom-Energiebereich ganz zu übernehmen. Scheitern könnte der Plan an den Amerikanern. Mit Alstom würde Siemens nahe an den derzeitigen Marktführer im Turbinengeschäft General Electric heranrücken. Das könnte den US-Wettbewerbshütern missfallen. Montis Juristen schließen nicht aus, dass die Amerikaner eine Übernahme von Alstoms Turbinen durch Siemens dazu nutzen könnten, es den Wettbewerbskollegen in Europa heimzuzahlen. Im Juli 2001 hatte die EU-Kommission die Fusion der beiden amerikanischen Konzerne General Electric und Honeywell blockiert - obwohl der Deal in den USA bereits genehmigt worden war.