Investment-Spezialisten der Deutschen Bank verhinderten Übernahme der Postbank
Die von Aufsichtsräten und Bundesregierung gewollte Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank ist am erbitterten Widerstand der angloamerikanischen Investmentbanker des Instituts gescheitert. Vor allem Anshu Jain und Kevin Parker, die für das Anleihe- und Aktiengeschäft zuständigen Experten, sprachen sich nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL in der Sitzung des erweiterten Vorstands am vergangenen Dienstag gegen den Deal aus. Sie fürchteten, die Regierung werde es zur Bedingung machen, den rund 30 Milliarden schweren Einlagenüberhang der Postbank in das mittelständische Kreditgeschäft zu stecken.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte wichtigen Aufsichtsräten zwar noch am Tag zuvor versichert, das Management habe großes Interesse an der Postbank - doch am Mittwoch ließ er den Deal platzen. Die Deutsche Bank, immerhin Konsortialführerin beim geplanten Börsengang der Postbank, bewertete das gelbe Institut mit lediglich rund 4,3 Milliarden Euro. Das ist gut eine Milliarde weniger, als fast alle anderen Investmentbanken errechnet hatten. Auf dieser Basis konnte die Post ein Angebot der Deutschen Bank nicht akzeptieren.