Deutsche Fluglotsen planen Ausstand
Erstmals seit 30 Jahren droht am Himmel über Deutschland ein groß angelegter Streik der Fluglotsen - mit gravierenden Folgen für die krisengeplagte Branche. Auslöser ist ein Konflikt zwischen der Geschäftsleitung der 1992 privatisierten Deutschen Flugsicherung (DFS) und der neu gegründeten Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), die fast drei Viertel der etwa 2000 Luftraumüberwacher vertritt. Die kleine, aber feine Berufsgruppe hatte Ende vergangenen Jahres ihr Kooperationsabkommen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di aufgekündigt, weil sie sich von der Massenorganisation nicht angemessen vertreten fühlte. Trotzdem weigert sich die DFS-Führung bislang standhaft, mit der GdF über verbesserte Arbeitsbedingungen und Altersbezüge zu verhandeln. Die GdF-Funktionäre haben ihre Mitglieder deshalb bereits vor gut zwei Wochen zur Urabstimmung aufgerufen, die am Montag dieser Woche endet. Sollte eine Mehrheit für Streik votieren, wollen die GdFFunktionäre schon Anfang Juni mit Vorbereitungen zu dem geplanten Ausstand beginnen. Vor allem Linienfluggesellschaften wie die Lufthansa würde ein Bummelstreik, wie er zuletzt 1973 stattfand, empfindlich treffen. Da die Konkurrenzgewerkschaft Ver.di nur noch ein paar Dutzend aktive Fluglotsen vertritt, die als Streikbrecher eingesetzt werden können, müssten viele Maschinen weiträumig umgeleitet werden oder ganz am Boden bleiben.