Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundesbauamts-Präsidenten
Gegen den Präsidenten des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung, Florian Mausbach, und seinen Pressesprecher Andreas Kübler ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft wegen Untreue und Betrugs. Mausbach, der seit neun Jahren die Verkehrsminister Manfred Stolpe unterstellte oberste Planungs- und Baubehörde leitet, hatte den gelernten Historiker Kübler 1998 damit beauftragt, gegen ein Honorar von 60000 Mark eine Chronik der Vorgängerbehörden des Bundesamts zu verfassen - die bis heute nicht veröffentlicht ist. Die Ermittler, die bereits im Dezember Amts- und Privaträume der Beschuldigten durchsuchten, vermuten deshalb, dass die von Mausbach veranlasste Auszahlung des gesamten Honorars ohne die vereinbarte Gegenleistung erfolgt sei. Christdemokrat Mausbach hingegen bezeichnet die Vorwürfe als grotesk und klagt über "Mobbing" in seinem 1240 Mitarbeiter umfassenden Amt. Auch der seit 1999 zunächst als persönlicher Referent des Präsidenten tätige Kübler hält den Verdacht für "völlig haltlos". Das Manuskript der Chronik sei zu "90 Prozent" fertig gestellt.