Saudischer Prinz kritisiert die USA
In ungewöhnlicher Offenheit hat der saudische Prinz Walid Ibn Talal Kritik am Verbündeten USA geübt:"Es gibt viel Frustration in der islamischen Welt, und Amerika ist nicht hilfreich", sagt der Neffe von König Fahd im Interview mit dem SPIEGEL. Washington müsse seine Nahost-Politik gründlich überdenken. "Die Mehrheit der Araber und der Saudis finden, dass Amerika in Palästina zu wenig tut und Israel geradezu hörig ist." Die USA müssten Israel zu einer friedlichen Lösung zwingen. Gegen islamistische Terroristen kündigte Prinz Walid ein hartes Durchgreifen an. Bis zum 23. Juli hätten Extremisten in Saudi-Arabien noch Zeit, sich zu ergeben, bis dahin könnten sie dann mit einer Amnestie rechnen. Wer jedoch nicht auf dieses Angebot eingehe, werde "sehr unangenehm" behandelt: "Wir waren bislang zu weich in der Terrorfrage. Jetzt aber hängt unser Überleben von der Vernichtung dieser Terroristen ab." Der Prinz bemühte sich, westliche Ängste vor Engpässen bei der Ölversorgung auszuräumen:"Keine Sorge: Das Öl wird fließen", versprach er: "Das ist doch das Einzige, was euch im Westen interessiert - dass dieses verdammte Öl weiterfließt."