Wissenschaftliche Untersuchung: Stalking ist ein Massendelikt - DER SPIEGEL
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Wissenschaftliche Untersuchung Stalking ist ein Massendelikt

Nicht nur Prominente wie Claudia Schiffer leiden unter Stalking. Hartnäckige Belästigung und Verfolgung kommt sehr viel häufiger vor als bislang angenommen. Das hat das Mannheimer Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in der ersten deutschen Studie herausgefunden.
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Berlin - Laut der Studie waren zwölf Prozent aller Befragten in ihrem Leben schon einmal Opfer von Nachstellungen, beispielsweise durch Telefonterror oder permanentes Auflauern - wie etwa auch das Fotomodell Claudia Schiffer.

Jedes vierte Opfer wurde länger als ein Jahr drangsaliert, fast jedes dritte vom Täter persönlich angegriffen oder gar verprügelt. Fast die Hälfte der Verfolgten litt unter Angst und Schlafstörungen. Jeder vierte Betroffene suchte einen Arzt oder Therapeuten auf, 18 Prozent ließen sich sogar krankschreiben.

Aber obwohl das Verhalten der Stalker laut Harald Dreßing, dem Leiter der Mannheimer Untersuchung, häufig "eindeutig Straftatbestände" erfüllte, etwa Nötigung oder Bedrohung, ging nur jedes fünfte Opfer zur Polizei. "Offensichtlich fehlt das Vertrauen in Behörden und Justiz", sagt Dreßing dem SPIEGEL.

"Wir brauchen auf der juristischen Ebene Verbesserung." Einen Vorschlag gibt es bereits: Der hessische Justizminister Christean Wagner (CDU) hat vergangene Woche dem Bundesrat einen Gesetzesantrag zugeleitet, der vorsieht, "unzumutbare Belästigung" zur Straftat zu machen.