Visa-Skandal an deutscher Botschaft in Albanien
Im Auswärtigen Amt (AA) wird geprüft, ob es in der deutschen Botschaft im albanischen Tirana zu Bestechungsfällen gekommen ist. Bei mindestens 60 bis 70 erteilten so genannten Schengen-Visa stieß das AA auf "Unregelmäßigkeiten", es wird damit gerechnet, dass sich die Zahl der Fälle noch erhöht. Nach einem Hinweis hatte sich ein Sonderinspektionsteam von Berlin aus auf den Weg nach Albanien gemacht. Warum die offenbar zu Unrecht ausgestellten Visa erteilt wurden, konnte es noch nicht abschließend klären. Als mögliche Gründe gelten Schlamperei, Freundschaftsdienste oder Korruption. Die italienische Regierung drängt nun darauf, alle in diesem Jahr ausgestellten Visa noch einmal zu überprüfen. Das AA hat inzwischen mehrere Mitarbeiter der Botschaft mit anderen Aufgaben betraut oder aus Tirana zurückbeordert. Das Ministerium erklärte, es werde personelle, organisatorische und "wenn nötig auch rechtliche" Konsequenzen ziehen. Ein Ermittlungsverfahren bei einer Staatsanwaltschaft läuft derzeit noch nicht.