Ver.di-Defizit größer als bislang bekannt
Das Defizit bei der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ist größer als bislang bekannt. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL unter Berufung auf Informationen von Ver.di-Vorstand und Betriebsrat an die Belegschaft. Danach wird der Fehlbetrag bis zum Jahr 2009 auf 170 Millionen Euro klettern. Bislang hatte die Gewerkschaft mit einem Minus von gut 100 Millionen Euro gerechnet. Um das Defizit auszugleichen, müsste Ver.di stärker auf das eigene Vermögen zurückgreifen als bislang geplant. Die Finanzentwicklung, die durch rückläufige Mitgliederzahlen und Beitragseinnahmen hevorgerufen wird, mache "weitere Konsolidierungsschritte erforderlich", heißt es in einem Schreiben des Ver.di-Vorstands an die Belegschaft. Dabei seien zusätzliche Maßnahmen zur Reduzierung der Personalkosten nicht ausgeschlossen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gewerkschaft ein Sparprogramm erlassen, das unter anderem einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter sowie freiwillige Arbeitszeitverkürzungen vorsah. Der Betriebsrat hat das Vorgehen der Gewerkschaftsführung scharf kritisiert. Wenn der Vorstand seine Position nicht verändere, sei mit einer "weiteren Entsolidarisierung der Beschäftigten" sowie einer "abnehmenden Identifikation mit der Organisation" zu rechnen, heißt es in einer Betriebsratsinformation für die Beschäftigten.