Moschee-Durchsuchung ging wochenlange Observation eines Kindes voraus - DER SPIEGEL
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Moschee-Durchsuchung ging wochenlange Observation eines Kindes voraus

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Die Durchsuchung der Frankfurter Taqwa-Moschee wegen eines angeblichen Hetzfilms für Kinder ist auf eine ungewöhnliche Ermittlungsmethode zurückzuführen.Polizisten observierten eine aus Marokko stammende Zweitklässlerin, die am 9. Februar in ihrer Schule von der Vorführung eines brutalen Videos berichtet hatte. In einer Moschee, erzählte das Kind, sei es während des Arabisch-Unterrichts gezwungen worden, einen Film zu sehen, in dem ein Mensch enthauptet und einer Schwangeren der Bauch aufgeschlitzt worden sei. Den Namen der Moschee kannte sie nicht. Deshalb ließen die Ermittler sie zwischen Ende Februar und Anfang Mai an mindestens acht Tagen beschatten und stießen so auf die Taqwa-Moschee. Um verdeckt arbeiten zu können, hatten die Beamten vor der Durchsuchung weder das Mädchen noch andere Arabisch-Schüler oder deren Eltern vernommen. Im Vorfeld der mit über hundert Beamten am vorvergangenen Sonntag durchgeführten Razzia wurde also die Aussage des Kindes nicht überprüft. Unklar ist weiterhin, um was für einen Film es sich handeln soll - die Grundschülerin sprach allgemein von Kriegsszenen. Bis Ende der Woche hatten die Fahnder in dem sichergestellten Material noch nichts Verdächtiges gefunden, der Vorstand der Moschee bestreitet, solche Propaganda zu zeigen. Allerdings war zuvor bei einer Durchsuchung in Köln in anderer Sache zufällig ein Märtyrer-Video mit grausamen Szenen aus Bosnien,Tschetschenien, Afghanistan und Palästina aufgetaucht. Darin wird zum Beispiel ein Mensch von einem Panzer überrollt, Selbstmordattentäter werden gefeiert. Der Besitzer des Bandes will es imJahr 2001 im Keller der Taqwa-Moschee gekauft haben.