Saudi-Arabiens Ölminister strebt niedrigere Ölpreise an
Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi hat indirekt eine Senkung der Ölpreise in Aussicht gestellt. Das offizielle Preisband der Opec von 22 bis 28 Dollar pro Barrel sei "absolut gültig", sagt Naimi in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL: "Saudi-Arabien steht hinter dieser Zielvorgabe und tut alles in seiner Macht Stehende, sie einzuhalten", so der Politiker, "42 Dollar, wie vor ein paar Wochen, waren eindeutig zu viel." Derzeit kostet ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Sorte West Texas Light knapp 41 Dollar.
Saudi-Arabien könne seine Produktion von gegenwärtig gut 9 Millionen Barrel mittelfristig auf 12 oder 16 Millionen Barrel pro Tag steigern, versicherte Naimi. "An dieser Front gibt es keine Probleme." Die Terroranschläge im eigenen Land würden den Ölexport nicht beeinträchtigen. Seit 20 Jahren lebe die Region mit Spannungen und Kriegen, "an jedem einzelnen Tag in diesen 20 Jahren hat Saudi-Arabien seine Verpflichtungen erfüllt, nicht ein einziges Barrel haben wir dem Weltmarkt vorenthalten", so Naimi. "Nur ein katastrophaler Krieg könnte all unsere Produktionsanlagen, alle Terminals und Pipelines, alle Sicherungen außer Gefecht setzen - nicht einzelne Anschläge, wie wir sie jetzt beobachten."
Mit Sorge beobachtet Saudi-Arabiens Ölminister die Entwicklung im Nachbarland Irak. "Ohne physische Sicherheit, ohne geregeltes Bankenwesen, ohne verlässliches Justizsystem wird niemand sein Geld in den Irak bringen." Solange Leute bereit seien, Widerstand gegen die ausländischen Truppen zu leisten und dafür sogar zu sterben, sei es sehr schwierig, Sicherheit herzustellen. "Ich fürchte, das wird noch eine ganze Weile so gehen."