Deutsche Stahlindustrie profitiert von Konjunkturbelebung - Produktion soll 2004 um drei Prozent wachsen
Die anziehende Konjunktur wirkt sich günstig auf die deutsche Stahlindustrie aus. In diesem Jahr erwartet die Wirtschaftsvereinigung Stahl ein Produktionsplus von drei Prozent. Dann würden rund 46 Millionen Tonnen in Deutschland hergestellt werden. Die Auftragseingänge sind im ersten Halbjahr sogar um knapp 25 Prozent gestiegen. Allerdings sei die Zahl der Order in den vergangenen Wochen wieder deutlich zurückgegangen, sagt Verbandspräsident Dieter Ameling. "Anfang des Jahres gab es viele Angstbestellungen von Kunden, die fürchteten, nicht genug Material zu bekommen." Trotz der glänzenden Aussichten haben ThyssenKrupp Steel (TKS) und die Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) in der vergangenen Woche Sparprogramme in dreistelliger Millionenhöhe angekündigt. Dabei erwägen die Unternehmen auch den Abbau von Arbeitsplätzen. Ameling führt die Sparpläne auf den Kostendruck zurück, den ausländische Wettbewerber - etwa aus Brasilien oder Korea - erzeugten. "Die Rendite der deutschen Unternehmen ist im internationalen Vergleich viel zu niedrig", sagt der Verbandsmanager. Vor allem die hohen Ausgaben für deutschen Industriestrom belasteten die Firmen. "Die Preise sind mittlerweile hinter Italien die höchsten in der Europäischen Union."