Herero-Vertreter wirft Deutschen vor Wieczorek-Zeul-Besuch Rassismus vor
Eine heikle diplomatische Mission steht Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul bevor. Die SPD-Politikerin fliegt in dieser Woche nach Namibia, um als erstes deutsches Regierungsmitglied an einer Gedenkfeier für die 60000 Opfer des Herero-Aufstands im Jahr 1904 teilzunehmen. Die Stimmung in der früheren deutschen Kolonie ist aufgeladen: Herero-Vertreter werfen Berlin vor, das Massaker deutscher Truppen an ihren Vorfahren nicht angemessen anzuerkennen, und verlangen neben Entschädigungszahlungen eine offizielle Entschuldigung. Die Deutschen zeigten sich als „Meister des Rassismus“, es fehle der „Respekt gegenüber schwarzen Menschen“, erklärte Arnold Tjihuiko, der Vorsitzende des Herero-Komitees für die Gedenkfeiern gegenüber dem SPIEGEL. „Wir wollen, dass die Deutschen sagen: Es tut uns Leid.“ In Wieczorek-Zeuls Ministerium wird noch über eine angemessene Geste bei einem Treffen mit Herero-Vertretern nachgedacht.