Spanische Hoteliers wollen TUI übernehmen
Der größte europäische Touristikkonzern TUI könnte schon bald neue Großeigentümer bekommen – aus Madrid und Mallorca. Eine Gruppe von spanischen Hotelketten hat gegenüber der Düsseldorfer WestLB, die 31 Prozent der TUI-Aktien hält, eine Absichtserklärung vorgelegt, das Paket zu übernehmen. Die Bank wollte die Offerte weder bestätigen noch dementieren. Branchenkenner gehen davon aus, dass sich hinter dem Übernahmeangebot namhafte spanische Hotelkonzerne wie der Marktführer Sol Meliá, die NH-Gruppe oder die Familienfirma Barceló verbergen. Deren Chef, Simón Pedro Barceló Vadell, hatte erst Anfang August in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung „Diario de Mallorca“ argumentiert, einheimische Hoteliers müssten sich an ausländischen Reiseveranstaltern beteiligen oder sie sogar komplett übernehmen, um die Nachfrage nach spanischen Urlaubszielen zu steigern. Die Finanzierung des geplanten Geschäfts könnten spanische Banken wie Santander oder die BBVA bereitstellen, deren Kredite sich durch einen späteren Verkauf der begehrten TUI-Containerschiff-Tochter Hapag-Lloyd leicht zurückführen ließen.