CDU streitet um Wahlstrategie für Nordrhein-Westfalen
In der CDU tobt eine heftige Auseinandersetzung über die richtige Strategie bei der für kommenden Mai anberaumten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen. Der Landesparteichef und Spitzenkandidat Jürgen Rüttgers will den Urnengang zur Schicksalsentscheidung über die rot-grüne Berliner Regierung stilisieren. „Ohne einen Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen wird es für uns keinen Sieg bei der Bundestagswahl 2006 geben“, sagte Rüttgers. „Wenn wir in Düsseldorf nicht gewinnen, wird sofort eine andere politische Lage da sein.“ Dagegen hatte Unionsfraktionsvize Friedrich Merz erklärt: „Es wäre gefährlich, an einen Automatismus zwischen den beiden Wahlen zu glauben.“ Ein Machtverlust in NRW könne für Gerhard Schröder und Joschka Fischer auch eine Wende zum Besseren bedeuten. Andere führende CDU-Politiker wie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Wolfgang Bosbach warnen intern davor, die Bedeutung der Wahl an Rhein und Ruhr überzubetonen. Bosbach fürchtet, dass auf diese Weise SPD-Wähler mobilisiert werden könnten. Rüttgers hält dagegen: „Der Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen, den ich anstrebe, ist die Voraussetzung dafür, das wir 2006 auf Bundesebene gewinnen.“