Premiere mit 45000 Pornokunden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Premiere mit 45000 Pornokunden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein rundes Abo-Jubiläum in einem noch jungen Geschäftsfeld erwartet Premiere-Chef Georg Kofler in den nächsten Tagen: „Bis Ende August werden wir 50000 Blue-Movie-Abonnenten haben“, so Kofler. Am vergangenen Freitag waren es 45000. Dabei ist der Porno-Service, den Premiere selbst lieber als „Vollerotik“ verkauft, erst seit Februar per Satellit und seit April im Kabel empfangbar – und beileibe kein Schnäppchen: Die notwendige zusätzliche Smartcard kostet einmalig 23,90 Euro inklusive zweier Einzelabrufe für Streifen wie „Dschungel Extrem“, die regulär 6 Euro pro Abruf kosten. Nach ersten Erhebungen buchen Blue-Movie-Kunden bislang im Schnitt zwei Filme im Monat, insgesamt registrieren die Münchner täglich 2000 bis 3000 Abrufe. Kofler, der von einem „dynamisch wachsenden Geschäftsfeld“ spricht, wettert derweil gewohnt kampfeslustig gegen eine „massive Wettbewerbsverzerrung“: Besonders Porno-Angebote aus dem Ausland, die via Satellit zu empfangen sind und aktiv beworben werden, sind ihm ein Dorn im Auge. „Im Moment sind wir die Blöden, weil wir uns an die Jugendschutzregeln halten“, klagt Kofler, während die „halb legale Konkurrenz ungeniert für Angebote ohne jeden Jugendschutz wirbt“. Hier seien Landesmedienanstalten und Staatsanwaltschaften gefordert: „Ich erwarte, dass diesen halb legalen Anbietern das Handwerk gelegt wird.“