Embryonenforscher und Klonexperten aus Deutschland fliehen ins freizügige Ausland / Ethikrat-Vorsitzender Simitis fordert gleiche Standards in der EU - DER SPIEGEL
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Embryonenforscher und Klonexperten aus Deutschland fliehen ins freizügige Ausland / Ethikrat-Vorsitzender Simitis fordert gleiche Standards in der EU

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Deutsche Biowissenschaftler umgehen den Embryonenschutz, indem sie ihre Experimente in Staaten wie Großbritannien, den USA und Schweden durchführen, meldet der SPIEGEL. Drei deutsche Forscher arbeiten in jenem Labor der englischen University of Newcastle, in dem in Kürze menschliche Embryonen geklont werden sollen. „Was ich hier machen darf, ist in Deutschland verboten. Doch ich halte es für richtig und wichtig“, sagte die deutsche Doktorandin Theresia Walter, 26, dem Nachrichtenmagazin. Der 30 Jahre alte Biologe Lars Grotewold wiederum ist ans Institut für Stammzellforschung der Universität von Edinburgh gegangen. „Ich hatte schon im Hinterkopf, dass man hier Erfahrungen mit menschlichen embryonalen Stammzellen sammeln kann, die man in Deutschland nicht machen kann“, sagte Grotewold dem SPIEGEL. Der Exodus zu den Embryonen erhöht den Druck auf die Politiker, die in Deutschland bestehenden Einschränkungen und Verbote zu überdenken. Spiros Simitis, der Vorsitzende des Nationalen Ethikrats, sagte im SPIEGEL: „Die unterschiedlichen Regelungen zur Biotechnologie in der Europäischen Union sollten wir vereinheitlichen, und zwar möglichst bald.“ Und Eva-Maria Streier von der Deutschen Forschungsgemeinschaft forderte: „Es wäre sinnvoll, Forschern in Deutschland den Zugang zu internationalen Stammzellbanken grundsätzlich zu ermöglichen.“