Wirtschaft Toll Collect führte Massentest des Maut-Systems durch
Unbemerkt von der Öffentlichkeit führte die Firma Toll Collect, am Mittwoch vor zwei Wochen einen groß angelegten Lasttest ihres bundesweiten Maut-Systems durch. Rund 850 kurzfristig angeheuerte Teilzeitkräfte fütterten in der gesamten Republik die Eingabeterminals an 450 Tankstellen 24 Stunden lang mit Daten und Fahrtstrecken. Bei dem Test, der unter dem Codenamen "Sandmann" lief, wurden insgesamt rund 820000 Datensätze verarbeitet. Trotz einiger Pannen, wie dem Komplettausfall des Systems zwischen neun und zehn Uhr, zieht die Toll-Collect-Geschäftsführung ein positives Resümee des ersten Lasttests nach der Pannen- serie des vergangenen Jahres. Über die gesamten Datensätze gerechnet, so Toll-Collect-Geschäftsführer Christoph M. Bellmer, habe die Ausfallquote des Systems bei "lediglich drei Prozent" gelegen. Dies sei, so Bellmer, für einen Test ein "äußerst erfreuliches Ergebnis". Diese Auffassung wird offenbar auch von den Mitarbeitern des Bundesamtes für Güterkraftverkehr und den ebenfalls beim Probelauf anwesenden Gutachtern geteilt. Auf eine ursprünglich fest eingeplante geplante Wiederholung des Tests, ließen sie die Toll-Collect-Manager wissen, könne nach dem "positiven Ablauf" der ersten Versuchsreihe verzichtet werden. Vergangenen Donnerstag informierte das Management auch den Geschellschafterausschuss von Toll Collect über den Testablauf. Die Botschaft an die beiden Hauptanteilseigner, Deutsche Telekom und DaimlerChrysler: Einem Start des Maut-Systems am 1. Januar stehe kaum noch etwas im Wege.