Wirtschaft: Korruptionsverdacht gegen Siemens-Manager - DER SPIEGEL
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Wirtschaft Korruptionsverdacht gegen Siemens-Manager

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Bei ihrem Versuch, die Korruption im Konzern einzudämmen, hat die Münchner Siemens-Spitze einen herben Rückschlag erlitten. Bei den jüngsten Ermittlungen der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Lieferung von Gasturbinen an den italienischen Energieriesen Enel Ende der neunziger Jahre ist nun auch ein Topmanager ins Visier der Behörden geraten, der ehemalige Bereichsvorstand der Energiesparte Andreas Kley. Um Bestechungsaffären, wie Ende der achtziger Jahre um einen Bahn-Großauftrag in Spanien oder den Bau eines Münchner Klärwerks, zu unterbinden, hatte Siemens-Chef Heinrich von Pierer schon vor gut fünf Jahren verschärfte Richtlinien für Führungskräfte erlassen, die Bakschisch-Zahlungen an Kunden streng verbieten. Trotzdem, so ergaben die Untersuchungen der Frankfurter Staatsanwälte, nutzten Untergebene Kleys noch bis zum Frühjahr 2002 ein kompliziertes Geflecht aus geheimen Konten in Liechtenstein und Abu Dhabi, um drei Enel-Topmanager mit rund sechs Millionen Euro zu schmieren. Ob ihr Chef davon wusste, ist noch unklar. Nach umfangreichen Durchsuchungen - Anfang Mai bei Siemens in Erlangen und Offenbach sowie in Privatwohnungen mehrerer Manager - sah es zunächst so aus, als würden nur drei untergeordnete Angestellte der Energiesparte beschuldigt. Inzwischen wird auch gegen den früheren Finanzchef der Erlanger Siemens-Sparte ermittelt - wegen des Verdachts der Bestechung. Kley war erst Ende Juni in den Ruhestand gewechselt und für den SPIEGEL vergangene Woche nicht erreichbar. Ein Siemens-Sprecher lehnte jede Stellungnahme ab.